Überwachungskameras richtig positionieren und tote Winkel vermeiden
Selbst eine technisch hochwertige Überwachungskamera liefert keine brauchbaren Aufnahmen, wenn sie an der falschen Stelle montiert wird. Ein zu großer Abstand, eine ungeeignete Höhe oder starkes Gegenlicht können dazu führen, dass wichtige Details nicht erkennbar sind.
Eine professionelle Planung beginnt deshalb nicht mit der Anzahl der Kameras, sondern mit den Bereichen, die tatsächlich geschützt und kontrolliert werden sollen.
Wichtige Zugänge zuerst absichern
Bei einem Haus oder Gewerbeobjekt sollten zunächst alle möglichen Zugangswege betrachtet werden.
Typische Bereiche sind:
- Haupteingang
- Neben- und Kellertüren
- Einfahrt und Garage
- Garten- oder Grundstückstor
- Terrassentür
- Liefer- und Lagerzugänge
- Schwer einsehbare Gebäudeseiten
Besonders wichtige Bereiche sollten so aufgenommen werden, dass Personen nicht nur sichtbar, sondern auch ausreichend detailliert erkennbar sind.
Überblick und Erkennung sind nicht dasselbe
Eine Kamera kann entweder einen großen Bereich überblicken oder einen kleineren Bereich mit mehr erkennbaren Details darstellen.
Ein sehr weiter Blickwinkel eignet sich gut für eine Übersicht. Personen und Fahrzeuge erscheinen darin bei größerer Entfernung jedoch kleiner.
Für Eingänge oder Kassenbereiche kann deshalb eine zusätzliche Kamera mit engerem Bildausschnitt sinnvoll sein. Die Übersichtskamera zeigt den gesamten Ablauf, während die Detailkamera relevante Merkmale besser erfasst.
Die richtige Montagehöhe
Kameras werden häufig besonders hoch montiert, damit sie schwer erreichbar sind. Eine zu hohe Position kann jedoch dazu führen, dass überwiegend Köpfe oder Dächer von Fahrzeugen zu sehen sind.
Für die Gesichtserkennung sollte der Winkel nicht unnötig steil sein. Die richtige Montagehöhe hängt dabei vom Bereich, der Entfernung und dem verwendeten Objektiv ab.
An hohen Fassaden kann eine zusätzliche Übersichtskamera sinnvoll sein, während eine zweite Kamera in geeigneter Höhe den Zugang detaillierter erfasst.
Tote Winkel erkennen und vermeiden
Ein toter Winkel ist ein Bereich, den keine Kamera ausreichend erfasst. Solche Lücken entstehen beispielsweise durch:
- Gebäudeecken
- Mauern und Säulen
- Vordächer
- Regale und hohe Warenbestände
- Fahrzeuge
- Bäume und große Pflanzen
- Ungeeignete Kamerawinkel
Bei der Planung sollten die Sichtfelder aller Kameras gemeinsam betrachtet werden. Eine leichte Überschneidung kann sinnvoll sein, damit wichtige Zugangswege nicht zwischen zwei Kamerabildern verschwinden.
Gegenlicht und Beleuchtung berücksichtigen
Eine Kamera am Eingang blickt häufig in Richtung einer hellen Tür oder eines Fensters. Der starke Helligkeitsunterschied kann dazu führen, dass Personen im Vordergrund zu dunkel dargestellt werden.
Auch direkte Sonneneinstrahlung, Scheinwerfer und reflektierende Oberflächen beeinflussen das Bild.
Moderne Kameras können große Helligkeitsunterschiede ausgleichen. Trotzdem sollte die Position so gewählt werden, dass extreme Gegenlichtsituationen möglichst vermieden werden.
Nachtsicht vor der endgültigen Montage testen
Eine Position, die tagsüber gute Bilder liefert, kann nachts problematisch sein. Wände, Dachkanten oder Pflanzen in unmittelbarer Nähe reflektieren das Infrarotlicht der Kamera.
Dadurch kann der Vordergrund überbelichtet werden, während der eigentlich wichtige Bereich dunkel bleibt.
Vor der endgültigen Ausrichtung sollten deshalb geprüft werden:
- Infrarotreflexionen
- Vorhandene Außenbeleuchtung
- Schattenbereiche
- Scheinwerfer von Fahrzeugen
- Reichweite der Nachtsicht
- Bildqualität bei Bewegung
Kameras vor Manipulation schützen
Außenkameras sollten möglichst außerhalb des direkten Zugriffs montiert werden. Gleichzeitig dürfen sie nicht so hoch angebracht sein, dass die gewünschte Erkennung verloren geht.
Kabel und Steckverbindungen sollten geschützt verlegt werden. Anschlussstellen gehören in eine geeignete Montagedose oder in den geschützten Innenbereich.
Auch Rekorder, Netzwerkkomponenten und Stromversorgung sollten nicht frei zugänglich installiert werden.
Datenschutz bei der Ausrichtung beachten
Kameras sollten gezielt auf die Bereiche ausgerichtet werden, die für den jeweiligen Sicherheitszweck erforderlich sind. Nicht benötigte Bildbereiche können bei kompatiblen Systemen durch Privatzonen ausgeblendet werden.
Bereits während der Planung sollten öffentliche Flächen, Nachbargrundstücke und besonders sensible Bereiche berücksichtigt werden.
Planung statt möglichst vieler Kameras
Ein durchdachtes System benötigt nicht automatisch besonders viele Kameras. Mit passenden Objektiven und sinnvoll gewählten Positionen lassen sich wichtige Bereiche häufig effizienter überwachen.
Defendex Security plant Kamerapositionen anhand von Zugängen, Entfernungen, Lichtverhältnissen und dem gewünschten Erkennungsziel. So werden tote Winkel reduziert und jede Kamera übernimmt eine klar definierte Aufgabe.